XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

"Ich bin mir meiner Selbst als Weltwesens unmittelbar und ursprünglich bewust"

Gerhard Seel

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: sala Fermi
Data: 23 maggio 2010 - 17:00
Ultima modifica: 12 aprile 2010

Abstract

Seit der Inaugural Dissertation von 1770 sieht sich Kant mit dem Problem konfrontiert, wie es möglich ist, dass das Subjekt sich dessen bewusst sein kann, dass es mit Gegenständen des äusseren Sinns denselben Raum teilt und in diesem Sinne nicht ausser der Welt existiert, sondern ein Weltwesen ist. Die Schwierigkeit dies zu begreifen, liegt darin, dass das Subjekt von sich selbst nur dank der Daten des inneren Sinnes weiss und diese Daten nicht im Raum, sondern nur in der Zeit gegeben sind. Ursprünglich hat Kant die Lösung darin gesucht, dass das Subjekt ein'Commercium' mit dem Leib habe und dank dessen Lokalisierung im Raum selbst eine Stelle im Raum einnehme. Aber dabei wird das Problem nur verlagert, nicht gelöst. Denn nun ist die Frage, wie das Subjekt, das ursprünglich gar keine Stelle im Raum einnimmt, ein 'Commersium' mit dem Leib haben kann. Dieses Problem ist auf das Engste mit einem zweiten Problem verbunden, nämlich der Frage, ob die Erfahrung der äusseren Gegenstände eine wirkliche Erfahrung ist. Dieses Problem hat Kant seit der zweiten Auflage der KrV in immer neuen und verbesserten Versuchen einer Widerlegung des Idealismus zu lösen versucht. In meinem Vortrag werde ich zweierlei zeigen: 1. dass eine Widerlegung des Idealismus, wie Kant sie versuchte, solange nicht voll überzeugen kann, als nicht auch das Problem der realen Existenz des Subjekts im Raum gelöst ist;2. dass Kant beides erste in der Leningrader Reflexion 'Vom inneren Sinne' gelingt und welches genau Kants Argumentaion ist. Zu diesem Zwecke lege ich eine neue Interpretation der Leningrader Reflexion vor.