XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Kant über Musik als schöne Kunst

Georg Mohr

Edificio: Facoltà di Agraria
Sala: sala Locke
Data: 23 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 12 aprile 2010

Abstract

Kants „Kritik der ästhetischen Urteilskraft“ stellt einen der bedeutendsten Beiträge zur Ge-schichte der Ästhetik dar. Ob seiner Musikästhetik eine vergleichbare Bedeutung zukommt, ist jedoch durchaus umstritten. Es scheint, dass Kant selbst diesem Teil seiner philosophi-schen Ästhetik nur eine nachgeordnete, eher marginale Stellung einräumt. Auf den ersten Blick entsteht der Eindruck eines inkohärenten Konglomerats aus Affektenlehre und Forma-lismus, und es scheint unklar, ob Kant Musik überhaupt als schöne Kunst oder nur als ange-nehmes Divertissement versteht. Diese Ambivalenzen sind oft beklagt worden. Dabei wird übersehen, dass sie Ausdruck eines Epochenwandels nicht nur in der Geschichte des mu-sikästhetischen Denkens, sondern auch in der Geschichte der europäischen Musik sind. An-hand einer genaueren Analyse von Kants Begriff des musikalischen Kunstwerks lässt sich die philosophische Pointe dieser Ambivalenzen aufschlüsseln.