XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Öffentlichkeit bei Kant

Volker Gerhardt

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: Auditorium
Data: 26 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 13 aprile 2010

Abstract

Kants Rede von der transzendentalen Funktion der Öffentlichkeit in Recht und Politik ist singulär in seinem Werk und steht prominent am Ende der vielbeachteten Schrift Zum ewigen Frieden. Gleichwohl hat sie nur selten die systematische Aufmerksamkeit der Interpreten gefunden. Von Politikwissenschaft und Soziologie wird sie bis heute immer noch unterschätzt, was sich am Beispiel von Jürgen Habermas, der hier für viele andere steht, kenntlich machen lässt.

Im ersten Teil des Vortrags werden die Versäumnisse der Kant-Rezeption aufgewiesen. Dabei wird auch davon die Rede sein, was den Einzelwissenschaften fehlt, wenn sie Kants Leistung übergehen.

Im zweiten Teil wird die systematische Funktion der Öffentlichkeit in der Begründung von Recht und Politik bei Kant umrissen. Dabei wird deutlich, wie wichtig es ist, die tragende Leistung der Publizität für Recht und Politik auszuweisen.

Im dritten Teil wird mit Blick auf die Kritik der reinen Vernunft gezeigt, dass Öffentlichkeit nicht nur bereits für die Begründung der Wissenschaften unverzichtbar ist, sondern auch die Funktionen des individuellen Bewusstseins trägt.

Im vierten Teil kann leider nur angedeutet werden, dass auch Kants Verständnis der Moral ohne Öffentlichkeit nicht verständlich ist.

In der Schlussbetrachtung soll vor Augen geführt werden, was Kants Begriffe von Menschheit und Kultur dadurch gewinnen, dass sie öffentlichen Charakter haben.