XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Lügenverbot und Liebespflicht. Zu einem Dilemma in Kants Ethik

Peter Nickl

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: sala Rousseau
Data: 25 maggio 2010 - 17:00
Ultima modifica: 13 aprile 2010

Abstract

Der Beitrag geht aus von dem Dilemma zwischen Lügenverbot und Liebespflicht, das sich aus Kants Schrift "Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu luegen" ergibt. Die These Constants, die Pflicht zur Wahrhaftigkeit sei situationsabhängig, findet sich bei Wolff, bei Schopenhauer (der ein "Recht zur Lüge" kennt) und sogar bei Paton, der hier – anders als Ebbinghaus – Kant die Gefolgschaft verweigert. Simone Dietz, Jens Timmermann und Peter Knauer SJ (Handlung mit Doppelwirkung) versuchen, Kants Rigorismus zu überwinden. Es gilt, sowohl Kants Intuition (es darf nicht Böses getan werden, um Gutes zu erreichen) gerecht zu werden, als auch die grundsätzlichen Schranken seines Ansatzes sehen. Für Kant wiegt die Liebe zum Gesetz schwerer als die Liebe zu einer Person, und unter Person versteht er Wesen der "reinen Vernunft": für Engel wäre das absolute Lügenverbot gültig.