XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Kants neue Kritik der reinen Vernunft

Piero Emilio Giordanetti

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: Auditorium
Data: 22 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 12 aprile 2010

Abstract

Es soll in diesem Beitrag nachgewiesen werden, daß Kant an zahlreichen wichtigen Stellen der nach 1790 erschienenen Werke die Idee erarbeitet, die „Kritik der reinen Vernunft“ bestehe aus drei Teilen, nämlich aus einer „Kritik der spekulativen Vernunft“ oder „Kritik des Verstandes“, aus einer „Kritik der praktischen Vernunft“ oder „Kritik der Vernunft“ schlechthin und aus einer Kritik der Urteilskraft. Gemäß diesem neuen Konzept bilden diese drei „Kritiken“ das „System der Kritik“. Die eine Vernunft umfaßt nach dieser neuen, in den 1790 vorhergehenden Schriften nicht belegbaren Idee, Verstand, Vernunft und Urteilskraft. Im folgenden möchte ich zuerst nachweisen, daß dieses Konzept „einer Kritik der reinen Vernunft“ zum ersten Mal in der Kritik der Urteilskraft niedergelegt ist (1.). Sodann möchte ich kurz auf einige Aspekte der Entstehung der neuen und einen Kritik eingehen (2.). Drittens werde ich die von Kant erarbeitete Begründung dieser Idee analysieren, um die These zu bekräftigen, daß die neue „Kritik“ keine bloße Idee geblieben ist, welche Kant nicht durchgeführt hat, sondern tatsächlich in derselben Kritik der Urteilskraft durchgeführt wird (3.) und die vorhergehenden Schriften und Theorien im Lichte einer neugestalteten „Kritik der reinen Vernunft“ interpretiert.