XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Möglichkeit der Erfahrung. Zur Kant-Revision K. L. Reinholds in der Schrift "Ueber das Fundament des philosophischen Wisssens"

Martin Bondeli

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: sala Rousseau
Data: 24 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 13 aprile 2010

Abstract

Reinhold war der Ansicht, das „Fundament“ von Kants Kritik der reinen Vernunft sei nicht fest genug, und schlug vor, dieses Manko durch den Ausgang vom einem obersten Grundsatz des Bewusstseins zu beheben. Wie ist diese kritische Intervention zu beurteilen? Und was ist überhaupt das Fundament der Kritik der reinen Vernunft? Reinhold geht davon aus, der „oberste Grundsatz aller synthetischen Urteile“ sei das A und O von Kants Vernunftkritik. Für diese Sichtweise hat er gute Gründe. Allerdings legt er diesen Grundsatz so aus, dass er nicht primär, wie bei Kant, methodischen Charakter haben soll. Die Kritik an der mangelnden Festigkeit dieses Grundsatzes verfehlt deshalb zum Teil ihr Ziel. Einsichtig und verdienstvoll wird sie erst aufgrund des mit ihr einhergehenden Vorschlags, Kants Beweis synthetischer Urteile a priori mithilfe des Bewusstseinsbegriffs neu zu formulieren. Denn damit wird das Erkenntnismodell, welches diesem Beweis zugrunde liegt, hervorgehoben und gefestigt.