XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Kants Religionsbegriff als kosmopolitisches Modell der Moral

Michael Städtler

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: sala B
Data: 24 maggio 2010 - 17:00
Ultima modifica: 13 aprile 2010

Abstract

Kants Religionsschrift stellt einen Versuch dar, die offen gebliebene Frage nach den äußeren, politischen und sozialen, Bedingungen der praktischen Realisierung von Moral zu beantworten, die weder in der Morallehre noch in der Rechtslehre zu beantworten war. An einigen zentralen Argumenten des Dritten Stücks der Schrift sollen deren politische Gehalte gezeigt werden. Ebenso ist herauszuarbeiten, daß diese Gehalte konsequent an religiösem/religionsgeschichtlichem Material entfaltet werden. Es ist zu zeigen, daß diese Vorgehensweise zwar in der Sache begründet, aber dennoch nicht widerspruchsfrei durchzuführen ist. Daraus ist zu erschließen, daß die Aporien, in die Kant gerät, ihrerseits sachliche Gründe haben: Die äußeren Bedingungen für Moral sind selbst (noch) nicht moralisch. Die Erörterung dieses Zusammenhangs ermöglicht es, die politische Funktion des Modells Religion in seiner geschichtlichen Dimension genauer zu fassen.