XI KANT KONGRESS, XI Congresso Kantiano Internazionale

Kant und die Grundlegung der Geisteswissenschaften

Bernward Grünewald

Edificio: Palazzo dei Congressi
Sala: Auditorium
Data: 24 maggio 2010 - 14:30
Ultima modifica: 13 aprile 2010

Abstract

Die Bedingungen der Möglichkeit der Erfahrung gelten für die empirischen Geisteswissen-schaften nicht weniger als für die Naturwissenschaften. Kant jedoch ist der Überzeugung, dass es zwar eine Lehre, aber keine Wissenschaft von der ‚denkenden Natur‘ geben könne, denn die denkende Natur sei als Gegenstand des inneren Sinnes durch nichts anderes als die eindimensionale Zeit strukturiert und erlaube daher keine mathematische Konstruktion des Begriffs einer denkenden Natur. Aber der menschliche Wille, als ‚Naturursache in der Welt‘, ist nach Kant ein ‚Begehrungsvermögen nach Begriffen‘. Und erfahrbar ist das Denken nur, insofern es von Natur ein ‚Sprechen zu und von sich selbst‘ ist und also verstehend rezipiert werden kann. Warum also sollte es nicht eine Mathematik der Gedanken und dann auch Me-taphysischen Anfangsgründe einer Wissenschaft von der denkenden Natur geben?